Bujinkan Furyu Dojo e.V. - Schule für traditionelle japanische Kampfkünste

Es ist deine Zeit…

von Jürgen 23. Januar 2023

So lange du atmen kannst, ist alles möglich.

Gib nie auf es zu versuchen und übe weiter.

Mache den Rest deines Leben zum Besten deines Lebens.

Bufu Ikkan

Tessen & Senshu Fächer

von Jürgen 20. Januar 2023

Der Fächer gehörte zum Standard in ziviler Kleidung. Einige Ryu ha hatten Arbeitsweisen in ihrem Lehrplan, dennoch floss er bei vielen anderen in das Tai Jutsu mit ein. Sasaki Kojiro überwand mehrere Gegner mit einem Tessen (Eisenfächer). Um den Fächer effektiv einsetzen zu können ist ein geschicktes Tai Jutsu essenziell, besonders wenn er zur Waffenabwehr verwendet wird. Dadurch konnte ein geschickter Samurai seinen Angreifer auf seinen Platz verweisen, ohne ihn optional schwer zu verletzen.

Ein neues Jahr im Furyu Dojo beginnt mit spannenden Themen

von Jürgen 2. Januar 2023

Die Klinge der Shinden Fudo Ryu – Teil 2

Wie von mir schon geschrieben und in der Geschichte der Schwertzeitalter bestätigt, entwickelte sich die Shinden Fudo Ryu zur Zeit der Tachi Schwerter. Ebenso veränderten sich auch die Klingen über die Jahrhunderte. Meist lag die Gestaltung der Klinge des Schmiedes an der Region, seiner erlernten Tradition, den Ansprüchen an die Klinge und den möglichen Vorgaben seines späteren Trägers. Natürlich auch am Inhalt der Geldbörse.

In der Muromachi Jidai war es nicht ungewöhnlich das die Klingen länger waren als Mitte der Edo Zeit. Sprich einer Länge über 3 Shaku mit 909mm Klingenlänge und dadurch als Odachi bezeichnet. Nun was bekannt an der Klingenlänge der Shinden Fudo Ryu ist, dass ihre Überlänge im Vergleich zu einem Katana ab Mitte der Edo Jidai mit einer gewissen Toleranz an die 3 Shaku reichte.

Das neuzeitige Mogito der Shinden Fudo Ryu weist eine Klingenlänge von 870mm auf und einer Grifflänge von 295mm, das aber nicht zwangsläufig als definierten Standard zu sehen ist. Manche Traditionen der Schwertkunst bezeichnen auch schon kürzere Klingen als Odachi, nur angemerkt.

Doch es bedarf einiger Prinzipien zu verstehen, um diese längeren Klingen effektiv und effizient zu führen.

 

So, nun steht bald ein neues Übungsjahr im Dojo an und unser Bujinkan Hatsu Geiko, unser erstes Training im neuen Jahr, ist am Montag 09.01.2023. Wir werden uns in diesem Jahr mit der Shinden Fudo Ryu, seinen Prinzipien und den Prinzipien mit dem längeren Schwert widmen. Natürlich ebenso wie immer mit dem Fokus die Kihon des Bujinkan nicht zu vernachlässigen. Es wird ein spannendes Bujinkan und Enbukan Jahr werden, mit vielen weiteren Themen und wir fliegen endlich wieder nach Japan, um an der Quelle zu studieren.

Ein neues Jahr ist immer ein Neuanfang, ein Kreis schließt sich, ein anderer Zyklus beginnt und so möchte ich erneut alle Furyu Dojo Mitglieder, auch jene die es werden wollen einladen, den Weg zum Dojo zu gehen und mit neuer Motivation zu starten. Bekanntes zu festigen, um neues verstehen zu lernen, zu reflektieren und daran in den Fertigkeiten und im Spirit zu wachsen, das ist der Weg des wahren Budo.

Das Schwert zur Zeit der Entstehung der Shinden Fudo Ryu

von Jürgen 22. Dezember 2022
(Kleine Eckpunkte hierzu)
Die Tradition des unbeweglichen Herzens, entstand ca. 1113 n.Chr, zu Beginn des 12. Jahrhunderts. Das Prinzip der Natürlichkeit in den Bewegungen, die chinesischen Ursprungs waren, wurde ihr eigen. Spezielle Kamae gibt es nicht, denn die Tradition legt ihren Fokus darauf aus jeglicher Position heraus Verteidigungsfähig zu sein. Somit zählt die Shinden Fudo Ryu mit zu den ältesten Jujutsu / Taijutsu Traditionen Japans. Nicht ungewöhnlich war auch das sich Namen von Kampfkunsttraditionen über die Jahre verändern, so auch hier, wo geschrieben steht das der Ursprungsname Shiden Munen Ryu gewesen sein soll.
Wie in vielen Traditionen entwickelte sich über die Zeit eine Schule des Sogo Bujutsu heraus, sie bündelte mehrere Teilaspekte von Künsten in sich und wurde zu einer vollständigen Schule der Kriegskunst.
Somit war auch Hojojutsu (Bindemethoden mit dem Seil), verschiedene Yari (Speer) Arten, die Naginata (Hellebarde), das Ono (Kriegsbeil), das Otsuchi der Kriegshammer und nicht zu vergessen das Nodachi (Langschwert/Feldschwert) ein Teil davon. Auf das letztere, das Daito/Tachi (Langschwert), möchte ich hier etwas eingehen. Denn auch Iaijutsu Waza in der Shinden Fudo Ryu werden angemerkt.
Die Überlieferungen der Shinden Fudo Ryu werden in 3 Makimono und 2 Densho festgehalten. Es existieren drei Traditionen diesen Namens und zwei davon werden im Bujinkan gelehrt. Die eine trägt den Beinamen Dakentaijutsu die Andere Jutaijutsu.
Nun, betrachtet man die Zeit in der die Entwicklung dieser Tradition begann, so lassen sich einige Rückschlüsse ableiten.
Um das Ende der Heian jidai (ca.794–1185) und dem Anfang des Kamakura jidai (1185–1333) war der Begriff Tachi (großes Schwert) für Klingen über einer Länge von 2 Shaku (606mm) bekannt, egal ob importiert oder im Lande hergestellt. Hier wurden die meisten Klingen noch aus einem Stück geschmiedet. Die Schmiedekunst mit einem weichen inneren Kern folgte erst später. Nichts desto trotz, in der Nara Zeit (710-794) zuvor, befand sich diese schon auf einem hohen Niveau.
Als in der Kamakura jidai nun der Kriegeradel erstarkte, entwickelte sich auch die Schmiedekunst weiter und die Anforderungen auf den Schlachtfeldern wandelte sich langsam auch mehr in Richtung Kavallerie. Blieb aber in der Relation immer sehr klein zu der größeren Infanterie. Wenn es dann nötig war und vom Pferd aus mit dem Schwert den Kampf aufzunehmen, so ergab sich schnell die Erkenntnis das eine gekrümmte Klinge leichter zu ziehen und zu hantieren war, als eine gerade. Im Wandel zur Kamakura jidai veränderten sich die Klingen weiter, wurden massiver und länger, bis zu einer Klingenlänge von ca. 850mm, mit einer Verjüngung zur Kissaki hin, die sich aber bis Mitte der Kamakura jidai wieder änderte. Auch wurden diese dann wieder schmäler, um die Schnittfähigkeit zu verbessern.
Der berühmte Schwertschmied Okazaki Masamune, fertigte überwiegend seine Tachi Klingen zwischen 1288 bis 1328 an. Er bildete über Jahrzehnte 10 Meisterschüler aus, die ebenso Berühmtheit erlangten.
Unter dieser Betrachtung kann man sage das dies die Anfangszeit des Tachi war, das sich bis weit in die Zeit des Sengoku jidai (1467-1603) fortführte. Natürlich mit der einen oder anderen Veränderung im Wandel. Die Tachi in dieser Zeit waren nun bis ca. drei Shaku (909mm) und darüber hinaus wurden sie Odachi (langes Schwert) genannt. Diese Klingen waren meist für das Schlachtfeld gedacht und es war nicht unüblich das Krieger drei Schwerter mit sich führten. Ein Shoto im Obi, ein Tachi an der Hüfte hängend und ein Odachi/Nodachi auf den Rücken gebunden. Zwar war es schwierig die letzteren überlangen Klingen auf dem Rücken selbst zu ziehen, aber dafür trug eine weitere Person sein Schwert auf dem Rücken und man zog das Schwert gegenseitig, bevor die Schlacht begann, oder Samurai höheren Ranges hatten einen Schwertträger der einem den Griff zum Ziehen zuführte.
Ableitend daraus lässt sich sagen, dass die Schwertklingen in dieser Zeit der Entstehung der Shinden Fudo Ryu länger waren. Manche Krieger und Traditionen spezialisierten sich in der Verwendung auf die längeren Klingen, sowohl auf den Schlachtfeldern, als auch im zivilen Leben und bis in die Anfangszeit des Edo jidai fanden sie verwendet…
Quelle, unter Anderem: Encyclopedia of Japanese Swords by Markus Sesko

Hatsumi Soke mit Ninjato

von Jürgen 21. Dezember 2022

Das Sanshin no Iai

von Jürgen
Die Schwertkunst in Japan besitzt eine verwurzelte Bedeutung, welche tief in den Annalen der Seele dieses Landes verborgen liegt. Über die Jahrhunderte des japanischen Mittelalters verfeinerten sich die Fähigkeiten des Kämpfens und ebenso die Einstellung der Krieger, die die Dualität zwischen Leben und Tod verstanden. Die Seele erkannte mit der Entwicklung der Fertigkeiten den Wert des Lebens und das Prinzip des Nichtkämpfens rückte an erste Stelle, bei Jenen die sich ihrer Fertigkeiten bewusst waren.
Ein friedvolles Schwert, ist jenes das in der Saya ruhend liegt. Wenn es diese nun verlässt wird es seiner Natur folgen wollen, doch das Herz des fähigen Klingenträgers weiß um die beiden Seiten der Klinge. Die eine nimmt das Leben und die andere gibt/erhält das Leben. Im Zanshin zentriert sich der Geist im Zentrum der Achtsamkeit, bis die Klinge den Weg wieder zurück in die Saya findet. In der Natur ist überall die Dualität des In und Yo, die sich im Onmyodo befinden.
Taijutsu, steht an oberster Stelle des Kenpo, den Methoden und Prinzipien des Schwertes. Um die Klinge effizient und effektiv bewegen zu können, muss zuerst die Form erlernt werden, bevor man die Form in der natürlichen Einheit wieder aufbrechen kann.
Die drei Herzen des Sanshin existieren in vielerlei Weisen, wie auch im Iai jutsu / Batto jutsu, egal mit welcher Schwertlänge. Alles was danach kommt wird ein Teil des Kenpo werden.
Tsukate: Das Prinzip des Ergreifens der Tsuka
Sayabiki: Die Saya wird zurückgeführt
Koshihineri: Die Verwendung der Hüfte und des Körpers
Wenn diese Drei Prinzipien zu einem verschmelzen, das Nagare des Körpers im Laufen nicht gestört wird, dann wird daraus das Iai no honshin, dem wahren Weg des Iai. Wie es Hatsumi Soke einst nannte. „Bitte schau nach den kleinen Dingen in deinem Training“, waren seine Worte die er damals im Unterricht an uns weitergegeben hat.
In 2023 werden wir im Furyu Dojo neben der Kihon des Bujinkan die Shinden Fudo Ryu und deren Tradition mit der längeren Schwertklinge erarbeiten.

Das Kodachi / Wakizashi oder Shoto

von Jürgen
Man kann sagen das Kodachi, was soviel wie kleines oder kurzes Tachi bedeutet, wird einer Klingenlänge von weniger als 2 Shaku 606mm zugewiesen. Schon in der frühen Kamakura Jidai (1185 – 1333) wurde diese Klinge mit der Schneide Ha in verschiedenen Monturen nach unten getragen.
Um die Muromachi Jidai (1338 – 1573) tauchte dann das Wakizashi auf, das sich ebenso einer Klingenlänge von 303 – 606mm zuweisen lässt. Die japanische Klingenspezifikation würde ich als Wissenschaft für sich definieren, in der selbst Fachleute nicht immer einig sind. Je nach Zeitalter, Montierung, Region, Vorlieben, gibt es Einflüsse und Überlappungen. Eines Tages vor dem Unterricht an einem schönen Sonntagmorgen, brachte Hatsumi Soke ein sehr schönes Kodachi mit und demonstrierte die Bindeweise an der linken Hüfte. Auch erzählte er etwas über diese Klinge und deren Historie. Der vereinfachte Begriff für beide Arten ist Shoto, kurzes Schwert. Wie dem auch sei, spielte das Shoto in den Zeiten der Kriege und des Friedens eine wichtige Rolle in der japanischen Geschichte.
In den alten Tagen hat es sich schnell erwiesen, dass es auch von Vorteil war eine kürzere Klinge zu führen. Im Jahre 1994 wurde auf den TAI KAI das Thema Yari und Kodachi bearbeitet. Schöne Erinnerungen kommen in mir hoch, wenn ich an die 3 Tage im Innenhof der Burg Peckforton Castle in Chester / England denke, als ein Teilnehmer neben mir sagte:“It sounds like a real battle.“ Den der Sound der aufeinander treffenden Holzwaffen im Innenhof von mehreren hundert Trainierenden war großartig. Ich fragte mich damals, warum den gerade zum Yari das Kodachi verwendet wurde. Später erfuhr ich das die Verteidigung mit einem flink geführten Shoto sich effektiver gestalten ließ als mit einem Katana. Meist wurde auch das Shoto zur letzten Option als Waffe im Kampf oder zur Ausführung des Seppuku eingesetzt.
Man kann sagen, dass das Shoto eigentlich immer der Begleiter in jeglicher Situation war, den das Katana musste an sensiblen Orten im Eingangsbereich abgegeben werden. Darum ist es nicht verwunderlich wenn einige Gründer der klassischen traditionellen Ryu hierin sehr gut geübt waren.
Einfach gesagt, waren die kürzeren Klingen effektiver auf kurze Distanz und beengten Räumen. Eine flinke schnelle Führung, gepaart mit dem korrekten Gefühl für Maai (Distanzgefüge) und dem Geist des Muto Dori waren hierfür die Basis. Somit war das Shoto der zweite wichtige Teil des Daisho, des Schwerterpaares der Samurai. Zu bemerken war auch das es schon vor dem entstehen der Niten Ichi Ryu nicht unüblich war gleichzeitig beide Klingen im Kampf zu verwenden, aber Miyamoto Musashi perfektionierte dies in seiner Schule.
Nicht nur Samurai trugen Shoto, denn auch Edelleuten, Kaufleuten und höher gestellten Bauern war es gestattet eine kurze Klinge zu führen.
Viele Traditionen die ihren Fokus auf Taijutsu / Jujutsu gelegt haben, entwickelten Techniken um sich gegen diese Kurzwaffen zu verteidigen, wie auch im Bujinkan in bestimmten Sektionen des Mokuroku.
Im Mokuroku der Kukishinden Ryu werden im Bereich Kodachi 3 Kamae mit 3 Kata und je 2 – 3 Henka aufgeführt. Diese durch ihre Essenz Antwort auf jegliche Anwendungsoptionen mit dem Kurzschwert bieten.
Auch wie z.B. die Aizu Den Mugai Ryu Kodachi no Jutsu bietet in den Ebenen Kihon, Shoden, Chuden und Okuden eine Vielzahl an Anwendungen in Tachi und Za Waza.

Tojutsu 刀術 Tate no Kamae

von Jürgen 5. November 2022
Das Schild ist ein Schutz, es schließt den Raum, mit der Essenz die im Nakazumi verborgen liegt. So verschmilzt die Verteidigung mit dem Angriff und der Angriff wird zur Verteidigung.

Naginata, in der Bergen

von Jürgen 24. September 2022

Shoden no Maki und Menkyo der Mugai Ryu Kodachi der Aizu Den Linie

von Jürgen 10. August 2022
Schon viele Jahre praktiziere ich neben den Kampfkünsten des Bujinkan auch das Enshin Itto Ryu Batto Jutsu, das ich als Bereicherung empfinde, um mich als Kampfkünstler weiter zu entwickeln. Das polieren und perfektionieren im Taijutsu und den Bukiwaza / Ningu den Waffenarten, durchdringt mein Leben. So war es dann auch nicht verwunderlich das ich vor mehr als 3 Jahren mit dem Studium des Mugai Ryu Kodachi der Aizu Den Linie begann. Anfang Juli übertrug mir Machita Soke die Shoden no Maki und das Shoden Menkyo. Von ganzem Herzen möchte ich mich bei Machita Soke für sein Vertrauen in mich und meine Arbeit bedanken. Ich arbeite daran der großen Verantwortung die ich von meinen Lehrern übertragen bekommen habe gerecht zu werden, so dass das Wissen auch in ihrem Sinne an die nächsten Generationen weitergereicht wird. Wahres Budo ist Lebenseinstellung und keine sportliche Ertüchtigung.
Jürgen Bieber