Bujinkan Furyu Dojo e.V. - Schule für traditionelle japanische Kampfkünste

25 Jahre Furyu Dojo in Neu-Ulm

von Jürgen 25. Juni 2024

Der Bo / Langstock

von Jürgen 22. April 2024

ein Stab aus Holz und in der Natur gewachsen. Schon seit jeher im Gebrauch der Menschen auf allen Kontinenten. Die verschiedenen Hölzer ergeben eine differenzierte Beanspruchung in der Führung und gegenüber dem metallenen Daito (Langschwert) wird der Bo als schwache Waffe betrachtet, doch das Schwache kann das Starke bezwingen. Ein einfacher Stock, kann eine geschmiedete Klinge zum Bersten bringen. In jedem Stock steckt die Essenz von Hart und Weich, von Stark und Schwach.

Tobikuchi – Edo no Hana – Die Blumen von Edo

von Jürgen 28. März 2024

In der Edo Jidai (1603 – 1868) wurde die Metropole Edo sehr häufig von feuern heimgesucht, die Teilweise ganze Stadtviertel niederbrannten. Die Gebäude bestanden aus schnell entzündlichen Materialien wie Holz, Papier usw. Die japanische Architektur (Nihon Kenchiku) erstreckt sich von der Yayoi Jidai (5. Jahrhundert v. Chr.) bis hin in die Edo Jidai. Brände waren bei den Menschen gefürchtet und ihre Häufigkeit in Edo lies den Namen Edo no Hana bei den Menschen entstehen. Die (Feuer)Blumen von Edo.

Um z.B. Wände und brennendes Material niederzureisen, oder beiseite zu ziehen, gab es das Tobikuchi. Ein Stock mit ca. 50cm aus Holz und Eisenbeschlägen. Auf der einen Seite fand man einen Metallhaken, in der Form eines Vogelschnabels nachempfunden und auf der Griffseite konnte z.B. ein Metallkeil oder Knauf angebracht sein. Hilfsmittel um zu Schlagen, Ziehen und zu Hebeln. Unterschiedliche Ausführungen waren Gang und Gebe. Manche Tobikuchi bestanden zur Gänze aus Metall und anderen hatten auch nur einen Metallkern, mit Ringen die über den Schaft aufgeschrumpft wurden und dadurch eine bessere Stabilität boten. Einige Ausführungen besaßen nach einen breiten Kagi (Seitlicher Haken), der zum Einhängen im Obi bestimmt war. Somit war das Tobikuchi in erster Linie ein Werkzeug zur Feuerbekämpfung. Die Feuerwehrmänner der Edo Jidai erhielten schnell ein Ansehen als Männer mit Courage und Selbstopferung in ihren Einsätzen. Doch die andere Seite war für ihr Temperament und rohen Benehmen bekannt. Was dann schnell zum Einsatz des Werkzeuges Tobikuchi, als Waffe Tobikuchi geführt hat. Für das gemeine Volk war das Tragen von Waffen stark eingeschränkt, oder verboten. Daraus entstand natürlich alles was man bei sich trug, oder griffbereit war auch einzusetzen.

Eine Vielzahl an Anwendungsoptionen ergab auch dieses Werkzeug / Waffe im Kampf. Auf der einen Seite hatte man durch die Länge ein wendiger Schutzschild gegen sämtliche einschlagende Waffen und auf der anderen Seite konnten damit Waza (Arbeitsweisen) die dem Kama Jutsu ähnlich oder gleich waren ausgeführt werden. Das Tobikuchi wie einen Knüppel zu schwingen war die leichteste Art des Schlagens, es aber in sein Taijutsu effektiv zu integrieren erforderte schon eine gewisse Fertigkeit und Wissen. Die damit zugefügten Verletzungsoptionen umspannten das ganze Schema von Prellungen, bis hin zu einem fatalen Ausgang.

Feuer wurden oft auch von Kriminellen gelegt um z.B. Diebstähle zu begehen. Wenn die Feuerwehr eintraf, waren die Diebe manchmal noch zugange und griffen die Feuerwehrleute an. Diese nutzten dann das Tobiguchi als Selbstverteidigungswaffe.

Südwest Presse 12.März 2024

von Jürgen 12. März 2024

捕手基本型五法 Torite Kihon Gata Goho

von Jürgen 10. Februar 2024
Fünf Basismethoden zum Erfassen der Hand
Der Begriff Torite ist bekanntlich viel älter als der Name Jujutsu und entstand irgendwo in der Muromachi Jidai. Laut Berichten soll der Name von Takenouchi Nakatsukasadaiyu Hisamori, dem Gründer der Takenouchi Ryu, eingeführt worden sein. Sie ist eine der ältesten Jujutsu Koryu.
In den alten Traditionen wird dem Torite die Bedeutung des Ergreifens einer Person / Verdächtigen zugewiesen. Toru bedeutet fangen, festnehmen oder gefangen nehmen und Te bezieht sich auf die Hand. Die Essenz des Torite liegt aber nicht darin eine suspekte Person nach einer von ihr ausgeführten Aktion dingfest zu machen, sondern ihn mit allen Möglichkeiten festzulegen ohne ihn zu töten. Ich würde sagen, das Blutvergießen nach außen zu vermeiden, aber was nach innen nicht auszuschließen ist. Es war auch üblich bei der Festnahme zuerst die Initiative zu ergreifen und ihn mit Täuschung und dem Überraschungseffekt zu überwinden. Somit war das Kyojitsu Tenkan ho ein normaler Bestandteil des Torite, ebenso wie der Einsatz von Kakushi Buki. Vielleicht der wichtigste Aspekt des Ganzen liegt in der Fähigkeit die Essenz des Muto Dori verinnerlicht zu haben. Denn es war egal ob die Person bewaffnet war oder nicht.
Es steckt so viel mehr hinter dem was man Kihon nennt…

Die Enso Brücke

von Jürgen 1. Februar 2024

„Der Weg zum Gipfel besteht darin, den Naturgesetzen zu folgen. Deshalb gibt es keinen Raum zwischen Himmel und Erde, zwischen dir und dem Gegner, und es gibt keinen Raum zwischen irgendetwas in der Natur, alles ist miteinander verbunden und alles ist chaotisch.“
Showa 18 (5. Januar 1943) – Kuki Takaharu

San Shaku Bo / Han Bo Geschichte

von Jürgen 22. Januar 2024
Es wird berichtet dass die Techniken des Kukishin Ryu Hanbo Jutsu ungefähr in der späten Tensho Ära, 1573 – 1592 entwickelt wurden. Der 9. Soke Kuriyama Ukon Nagafusa kämpfte in der Schlacht von Nagashino, nahe der Burg, auf der Seite von Oda Nobunaga. Er stand dort Suzuki Tango no Kami Katsuhisa gegenüber, der auf der Seite von Katsuyori Takeda kämpfte. Katsuhisa zerschlug den kurzen Tanso Yari von Nagafusa und somit musste Nagafusa in diesem Moment mit dem Schaft des Speeres weiterkämpfen und damit gewann er den Zweikampf. Nagafusa der, 9. Soke der Kukishin Ryu, war der Führer der rechten inneren Burggarde und erkannte die Notwendigkeit sich ebenso mit dem San Shaku Bo / Han Bo zu verteidigen und entwickelte passende Waza (Arbeitsweisen), die separat unterrichtet wurden. Man sagt das Elemente des Tachi in denen des Hanbo Jutsu zu finden sind.
Und so weiter…

25 Jahre muss gefeiert werden…

von Jürgen 10. Januar 2024