Bujinkan Furyu Dojo e.V. - Schule für traditionelle japanische Kampfkünste

Bujinkan Golden Dragon Award

von Jürgen 23. Januar 2026

 

Vor vielen Jahren… Es war eine schöne Zeit und ich bin sehr dankbar dafür.

Eine spezielle Auszeichnung, die von Masaaki Hatsumi Soke an verdiente Schüler verliehen wird, die sich durch außergewöhnliche Hingabe, Wissen, Geschick und Förderung des Bujinkan Budo Taijutsu auszeichnen. Sie symbolisiert hohe Anerkennung innerhalb der Organisation und wird für besondere Leistungen vergeben, die über das normale Training hinausgehen.

Zusammenfassend ist die Bujinkan-Goldmedaille ein Zeichen höchster Ehre, die von Hatsumi Soke an herausragende Mitglieder für ihre Arbeit und ihr tiefes Verständnis des Budo Taijutsu verliehen wird.

 

Schwertsammlung des Wakamatsu Aizu Burgmuseums in Japan

von Jürgen
Auszug aus dem japanischen Buch:
Schwertsammlung des Wakamatsu Aizu Burgmuseums
Was ist ein japanisches Schwert?
Auf der Welt gibt es viele Arten von Klingenwaffen wie Messer, Säbel und Schwerter. Unter ihnen gilt das japanische Schwert als eines der schärfsten. Im Ausland wird es auch Katana genannt.
Das japanische Schwert wird aus einem besonderen Stahl gefertigt und zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Härte und Schärfe aus. Durch wiederholtes Falten und Schmieden entstehen viele Schichten im Material, wodurch eine einzigartige Struktur und hohe Festigkeit erreicht werden…
Seine Stärke lag nicht nur in der Schneidkraft, sondern auch in seiner symbolischen Bedeutung. Der richtige Umgang mit dem Schwert erforderte jahrelanges Training, Disziplin und geistige Reife.
Die Rolle des Schwertes in der Geschichte:
In der Edo-Zeit besaßen die Samurai das exklusive Recht, Schwerter zu tragen, und das Schwert wurde zum Symbol ihrer gesellschaftlichen Stellung und politischen Macht. Selbst wenn ein Schwert nicht im Kampf eingesetzt wurde, hatte es großen ideellen Wert.
Mit der Meiji-Restauration änderte sich die Rolle des Schwertes stark. Das Tragen von Schwertern wurde verboten, und die Bedeutung des Schwertes als Waffe nahm ab. Stattdessen begann man, es als Kulturgut und Kunsthandwerk zu schätzen.
Das Schwert als Kunstobjekt:
Japanische Schwerter wurden nicht nur nach ihrer Funktion, sondern auch nach ihrer Schönheit bewertet. Klingen wurden nach Form, Linie, Glanz und Struktur des Stahls beurteilt.
So entstand das Konzept des Meitō, berühmte oder legendäre Schwerter, die für ihre außergewöhnliche Qualität bekannt sind.
Schwerter wurden gesammelt, katalogisiert und bewertet. In der Edo-Zeit entwickelte sich eine Kultur der Kenner, die Klingen nach Herkunft, Schmied und Epoche einordneten. …
Schwerter werden nach ihrer Herstellungszeit in Kategorien eingeteilt:
Koto – alte Schwerter (bis Ende des 16. Jahrhunderts)
Shintō – neue Schwerter (ab der frühen Edo-Zeit)
Shinshintō – neuere Schwerter (späte Edo-Zeit)
Diese Einteilung hilft dabei, die Entwicklung der Schmiedekunst und der Formen im Laufe der Zeit zu verstehen.
Bewertung und Prüfung:
Die Qualität eines Schwertes wurde nicht nur optisch beurteilt, sondern auch durch sogenannte Schnittprüfungen. Dabei wurde getestet, wie gut eine Klinge schneiden konnte.
Die Ergebnisse wurden manchmal schriftlich festgehalten und dienten als Nachweis für die Leistungsfähigkeit eines Schwertes.
Ursprünglich war das Schwert ein Werkzeug zum Töten, doch im Laufe der Zeit entwickelte es sich zu einem Objekt mit spiritueller und kultureller Bedeutung. Es steht heute für Disziplin, Handwerkskunst und die Seele des Samurai. …
Das Buch enthält 98 schöne Fotos von Tachi bis Tanto und ich kann einen Museumsbesuch nur empfehlen.

Ninja-Kids-Training in unserem Dojo

von Jürgen 22. Januar 2026

Bekanntmachung zum feierlichen Anlass des 90-jährigen Jubiläums der Gründung des Enbukan

von Jürgen 21. Januar 2026
開設九十周年の佳節を迎えるにあたってのお知らせ
An alle Schüler sowie an alle verbundenen und beteiligten Personen,
mit dem Einzug des milden Frühlings möchten wir Ihnen unsere aufrichtigen Glückwünsche zu Ihrem anhaltenden Wohlergehen aussprechen.
Nun ist es uns eine große Freude und Ehre, mitteilen zu dürfen, dass unser
Shinbu Ryū Sōgō Kobudō Enbukan im kommenden April einen bedeutenden Meilenstein erreicht und sein 90-jähriges Bestehen feiern wird.
Seit unserer Gründung im Jahr 1936 (Shōwa 11) hat sich unsere Schule dem Weg des Sōgō Kobudō – der umfassenden klassischen Kriegskunst – verschrieben und durch das vielschichtige Studium der Techniken der geistigen und körperlichen Schulung gewidmet.
Dass wir diese Tradition nun über neun Jahrzehnte hinweg ohne Unterbrechung weitertragen konnten, verdanken wir allein der Leidenschaft unserer aufeinanderfolgenden Meister, dem unermüdlichen Einsatz unserer geschätzten Schüler sowie der herzlichen Unterstützung all jener, die uns verbunden sind. Dafür sprechen wir Ihnen unseren tief empfundenen und aufrichtigen Dank aus.
Der April ist die Zeit der Erneuerung, in der alles Leben frisch und kraftvoll neu erblüht. So wie die Bäume rund um das Dōjō sich in leuchtendes Grün hüllen, sehen auch wir dieses 90-jährige Jubiläum als einen neuen Aufbruch.
Mit dem Ziel, die tiefen Prinzipien des Sōgō Kobudō an die nächste Generation weiterzugeben, nehmen wir diesen feierlichen Monat zum Anlass, unseren Geist zu erneuern und uns mit noch größerer Hingabe dem weiteren Weg der Übung und Vervollkommnung zu widmen.
Wir bitten auch in Zukunft um Ihre wohlwollende Verbundenheit und anhaltende Unterstützung für das Enbukan.
Mit ehrerbietigen Grüßen,
Shinbu-ryū Sōgō Kobudō Enbukan
Soke Machida Fudōshin

 

Sōgō Bujutsu 総合武術 – Japanische Kampfkünste für das Leben

von Jürgen
Sōgō Bujutsu bedeutet:
„Ganzheitliche / umfassende Kriegskunst“
Was heißt das in der Praxis?
Es bezeichnet traditionelle japanische Kampfsysteme, die nicht nur eine Disziplin lehren, sondern viele Kampfformen in einem System vereinen, zum Beispiel:
• Schwert (Kenjutsu / Iaijutsu)
• Stock und Stab (Bōjutsu, Jōjutsu)
• Waffelloser Kampf (Jūjutsu)
• Speer (Sōjutsu)
• Taktik, Strategie und Bewegung (Heihō)
• Geistige mentale Bildung (Seishin Teki Kyōyō)
• usw.
Diese Systeme stammen aus der Samurai-Zeit und wurden für den realen Kampf auf dem Schlachtfeld entwickelt. Ziel war, einen Kämpfer in allen Kampfdistanzen und Situationen auszubilden, bewaffnet und unbewaffnet.
Somit ist das Sōgō Bujutsu ein ganzheitliches traditionelles japanisches Kampfsystem, das mehrere Waffen- und Kampfarten in einer Schule vereint.
Doch die Krieger wussten um ihre Stärke, das Kämpfen wurde vermieden und es entwickelten sich Tugenden und Werte wie:
真の武士は戦いを避ける
Shin no bushi wa tatakai o sakeru
„Der wahre Krieger vermeidet den Kampf.“
強さとは、戦わずして守ること
Tsuyosa to wa, tatakawazu shite mamoru koto
„Wahre Stärke bedeutet, ohne Kampf zu schützen.“
Die Vergangenheit lehrt uns vieles und so möchten wir sie einladen, ein Teil unserer Dojo – Gemeinschaft zu werden.

Gedanken zu Uke Nagashi 受け流し

von Jürgen 16. Januar 2026
Steht für empfangen und fließen lassen, oder aufnehmen und umlenken. In den traditionellen japanische Kampfkünsten umschreibt dieser Begriff nicht unbedingt eine spezielle Technik, sondern ein Verteidigungsprinzip.
In der sprachlichen Aufschlüsselung, kann man die Bedeutung einen Angriff annehmen und weiterleiten, statt ihn hart zu blocken, wiederfinden.
Uke 受け steht für empfangen, aufnehmen, annehmen
Nagashi 流し für fließen lassen, wegströmen lassen
Das technische Prinzip umschreibt die Theorie wie folgt:
„Eine weiche, fließende Abwehrbewegung, bei der der gegnerische Schnitt aus der Angriffsmitte zu allen Seiten gelenkt wird, während man sich selbst in eine günstige Position bring, um für den Gegenangriff, oder das was der Moment bringt, bereit zu sein. Dabei sind Winkel, Bewegung und Timing zur Kontrolle des gegnerischen Schwerts unerlässlich.“
Die wohl bekannteste Arbeitsweise (Waza) in der Schwertkunst ist hierbei einen Angriff von oben umzulenken. Dabei wird die Klinge schräg über dem Kopf und Arme angestellt,
so dass der gegnerische Schnitt seitlich abgleiten kann. Oft gefolgt von einem Schritt aus der Angriffslinie heraus, als sofortiger Konter. Daraus generiert sich also eine Abwehr und ein Angriff in einer Bewegung.
Doch ist hierbei auch ein philosophischer Aspekt (Shinpō 心法) nicht zu vernachlässigen. Uke Nagashi verkörpert ein zentrales Prinzip im Bujutsu. Es bedeutet einen Nichtwiderstand und ein an sich vorbeiströmen lassen eines Einflusses, einer Einwirkung. Im Zusammenspiel der Waza und der geistigen Einstellung, ergibt sich eine Effizienz, anstelle einer Kraft gegen Kraft Anwendung. Mit einer Kontrolle des geführten Moments, wird eine direkte Konfrontation umgangen / umgelenkt. Sieg entsteht durch Positionieren und nicht durch reine Stärke. Das eigene Zentrum bleibt geschlossen und die gegnerische Mitte öffnet sich.
Es gibt ein Sprichwort: „Das Schwert ist ruhig, der Mensch ist ruhig, der Gegner fällt.“
Somit könnte man Uke Nagashi auch als reinigende Bewegung umschreiben.
Im Bujinkan Budō Taijutsu ist Uke Nagashi weniger Schwerttechnik, als ein universelles Bewegungsprinzip, was Körperbewegung und Waffenführung einheitlich betrifft. Was Uke Nagashi im Bujinkan besonders macht, ist der Fokus auf Nagare (Fluss), die Nutzung des Kukan (Raum) und das Arbeiten mit Kyojitsu (Täuschung). Es sieht oft weich aus, ist aber im Grundsatz strukturell und kontrolliert, wenn die Kihon und das Zusammenspiel der aufbauenden Waza gut verinnerlicht wurden. Dieses Verständnis ist die Grundlage für Chikara no Iranai Waza 力のいらない技,den Techniken die keine Kraft benötigen.
„Brich nicht direkt die Balance deines Gegners (Kuzushi 崩し), sondern führe ihn in einen Raum (Kūkan 空間), in dem er von selbst kein Gleichgewicht mehr hat.“
Masaaki Hatsumi Soke
„Beweg dich so, dass du nicht da bist, wenn er ankommt.“
In der Tenshin Shōden Katori Shintō Ryū beschreibt Uke Nagashi das Zusammenspiel von Raum gewinnen (Maai), Stellung einnehmen (Kurai), Zeit stehlen (Hyōshi), Linie halten (Kachiguchi), und im Fluss schneiden (Nagare). Die Klinge ist nur der sichtbare Teil des großen Ganzen. Der eigentliche Kampf findet in Raum, Timing und Geist statt.
In der Kashima Shintō Ryū ist Uke Nagashi umschrieben als das Bewahren der eigenen Mitte, während der Gegner seine verliert und die Klinge folgt, denn der Geist führt.
Das Sprichwort umschreibt dies: „Steh wie ein Pfahl, der Wind biegt sich um dich.“
Beschreibt doch in der Yagyū Shinkage Ryū das Uke Nagashi auch weniger die Technik als mehr der Ausdruck des Heiho 兵法, der Leere des Herzens und des Lebensschwerts. Hier bekommt das Umlenken eine stark innere, geistige Bedeutung. Den Angriff so leer werden lassen, dass weder Sieg noch Niederlage entstehen müssen.
Der Gegner verliert, ohne dass du kämpfen musst.
In der Enshin Ittō Ryū Battō Jutsu ergibt das Uke Nagashi einen deutlich funktionalen, schnittorientierten Charakter. Hier ist das Fließenlassen untrennbar mit dem Zug aus der Saya und dem ersten Schnitt verbunden. Es ist weniger philosophisch formuliert, aber extrem präzise in Prinzip und Anwendung. Vielleicht kann man es als ein Schwert und ein Entschluss beschreiben, als die Entscheidung in einem Augenblick.
Jede Tradition interpretiert Uke Nagashi etwas anders, das Grundprinzip bleibt jedoch bei allen gleich.
Jürgen Bieber 風流

Hatsu Keiko 初稽古 2026

von Jürgen 9. Januar 2026

Wie jedes Jahr beim ersten Unterricht, hängen diese beiden Rollen von Hatsumi Soke im Dojo aus. Sie erinnern an den Weg, den wir alle gehen und läuten das neue Übungsjahr ein.

Shiki Haramitsu Daiko Myō  色波羅蜜大光妙

Saino Kon Ki 才の根気 / 才能の根気

Utsuwatakai 器高い bedeutet:
„Ein Mensch, dessen Geist groß genug ist, um wahres Budō zu tragen.“

Beginne jetzt dein Training in unserem Dojo

von Jürgen 7. Januar 2026