Bujinkan Furyu Dojo e.V. - Schule für traditionelle japanische Kampfkünste

Sōgō Bujutsu 総合武術 – Japanische Kampfkünste für das Leben

von Jürgen 21. Januar 2026
Sōgō Bujutsu bedeutet:
„Ganzheitliche / umfassende Kriegskunst“
Was heißt das in der Praxis?
Es bezeichnet traditionelle japanische Kampfsysteme, die nicht nur eine Disziplin lehren, sondern viele Kampfformen in einem System vereinen, zum Beispiel:
• Schwert (Kenjutsu / Iaijutsu)
• Stock und Stab (Bōjutsu, Jōjutsu)
• Waffelloser Kampf (Jūjutsu)
• Speer (Sōjutsu)
• Taktik, Strategie und Bewegung (Heihō)
• Geistige mentale Bildung (Seishin Teki Kyōyō)
• usw.
Diese Systeme stammen aus der Samurai-Zeit und wurden für den realen Kampf auf dem Schlachtfeld entwickelt. Ziel war, einen Kämpfer in allen Kampfdistanzen und Situationen auszubilden, bewaffnet und unbewaffnet.
Somit ist das Sōgō Bujutsu ein ganzheitliches traditionelles japanisches Kampfsystem, das mehrere Waffen- und Kampfarten in einer Schule vereint.
Doch die Krieger wussten um ihre Stärke, das Kämpfen wurde vermieden und es entwickelten sich Tugenden und Werte wie:
真の武士は戦いを避ける
Shin no bushi wa tatakai o sakeru
„Der wahre Krieger vermeidet den Kampf.“
強さとは、戦わずして守ること
Tsuyosa to wa, tatakawazu shite mamoru koto
„Wahre Stärke bedeutet, ohne Kampf zu schützen.“
Die Vergangenheit lehrt uns vieles und so möchten wir sie einladen, ein Teil unserer Dojo – Gemeinschaft zu werden.

Gedanken zu Uke Nagashi 受け流し

von Jürgen 16. Januar 2026
Steht für empfangen und fließen lassen, oder aufnehmen und umlenken. In den traditionellen japanische Kampfkünsten umschreibt dieser Begriff nicht unbedingt eine spezielle Technik, sondern ein Verteidigungsprinzip.
In der sprachlichen Aufschlüsselung, kann man die Bedeutung einen Angriff annehmen und weiterleiten, statt ihn hart zu blocken, wiederfinden.
Uke 受け steht für empfangen, aufnehmen, annehmen
Nagashi 流し für fließen lassen, wegströmen lassen
Das technische Prinzip umschreibt die Theorie wie folgt:
„Eine weiche, fließende Abwehrbewegung, bei der der gegnerische Schnitt aus der Angriffsmitte zu allen Seiten gelenkt wird, während man sich selbst in eine günstige Position bring, um für den Gegenangriff, oder das was der Moment bringt, bereit zu sein. Dabei sind Winkel, Bewegung und Timing zur Kontrolle des gegnerischen Schwerts unerlässlich.“
Die wohl bekannteste Arbeitsweise (Waza) in der Schwertkunst ist hierbei einen Angriff von oben umzulenken. Dabei wird die Klinge schräg über dem Kopf und Arme angestellt,
so dass der gegnerische Schnitt seitlich abgleiten kann. Oft gefolgt von einem Schritt aus der Angriffslinie heraus, als sofortiger Konter. Daraus generiert sich also eine Abwehr und ein Angriff in einer Bewegung.
Doch ist hierbei auch ein philosophischer Aspekt (Shinpō 心法) nicht zu vernachlässigen. Uke Nagashi verkörpert ein zentrales Prinzip im Bujutsu. Es bedeutet einen Nichtwiderstand und ein an sich vorbeiströmen lassen eines Einflusses, einer Einwirkung. Im Zusammenspiel der Waza und der geistigen Einstellung, ergibt sich eine Effizienz, anstelle einer Kraft gegen Kraft Anwendung. Mit einer Kontrolle des geführten Moments, wird eine direkte Konfrontation umgangen / umgelenkt. Sieg entsteht durch Positionieren und nicht durch reine Stärke. Das eigene Zentrum bleibt geschlossen und die gegnerische Mitte öffnet sich.
Es gibt ein Sprichwort: „Das Schwert ist ruhig, der Mensch ist ruhig, der Gegner fällt.“
Somit könnte man Uke Nagashi auch als reinigende Bewegung umschreiben.
Im Bujinkan Budō Taijutsu ist Uke Nagashi weniger Schwerttechnik, als ein universelles Bewegungsprinzip, was Körperbewegung und Waffenführung einheitlich betrifft. Was Uke Nagashi im Bujinkan besonders macht, ist der Fokus auf Nagare (Fluss), die Nutzung des Kukan (Raum) und das Arbeiten mit Kyojitsu (Täuschung). Es sieht oft weich aus, ist aber im Grundsatz strukturell und kontrolliert, wenn die Kihon und das Zusammenspiel der aufbauenden Waza gut verinnerlicht wurden. Dieses Verständnis ist die Grundlage für Chikara no Iranai Waza 力のいらない技,den Techniken die keine Kraft benötigen.
„Brich nicht direkt die Balance deines Gegners (Kuzushi 崩し), sondern führe ihn in einen Raum (Kūkan 空間), in dem er von selbst kein Gleichgewicht mehr hat.“
Masaaki Hatsumi Soke
„Beweg dich so, dass du nicht da bist, wenn er ankommt.“
In der Tenshin Shōden Katori Shintō Ryū beschreibt Uke Nagashi das Zusammenspiel von Raum gewinnen (Maai), Stellung einnehmen (Kurai), Zeit stehlen (Hyōshi), Linie halten (Kachiguchi), und im Fluss schneiden (Nagare). Die Klinge ist nur der sichtbare Teil des großen Ganzen. Der eigentliche Kampf findet in Raum, Timing und Geist statt.
In der Kashima Shintō Ryū ist Uke Nagashi umschrieben als das Bewahren der eigenen Mitte, während der Gegner seine verliert und die Klinge folgt, denn der Geist führt.
Das Sprichwort umschreibt dies: „Steh wie ein Pfahl, der Wind biegt sich um dich.“
Beschreibt doch in der Yagyū Shinkage Ryū das Uke Nagashi auch weniger die Technik als mehr der Ausdruck des Heiho 兵法, der Leere des Herzens und des Lebensschwerts. Hier bekommt das Umlenken eine stark innere, geistige Bedeutung. Den Angriff so leer werden lassen, dass weder Sieg noch Niederlage entstehen müssen.
Der Gegner verliert, ohne dass du kämpfen musst.
In der Enshin Ittō Ryū Battō Jutsu ergibt das Uke Nagashi einen deutlich funktionalen, schnittorientierten Charakter. Hier ist das Fließenlassen untrennbar mit dem Zug aus der Saya und dem ersten Schnitt verbunden. Es ist weniger philosophisch formuliert, aber extrem präzise in Prinzip und Anwendung. Vielleicht kann man es als ein Schwert und ein Entschluss beschreiben, als die Entscheidung in einem Augenblick.
Jede Tradition interpretiert Uke Nagashi etwas anders, das Grundprinzip bleibt jedoch bei allen gleich.
Jürgen Bieber 風流

Hatsu Keiko 初稽古 2026

von Jürgen 9. Januar 2026

Wie jedes Jahr beim ersten Unterricht, hängen diese beiden Rollen von Hatsumi Soke im Dojo aus. Sie erinnern an den Weg, den wir alle gehen und läuten das neue Übungsjahr ein.

Shiki Haramitsu Daiko Myō  色波羅蜜大光妙

Saino Kon Ki 才の根気 / 才能の根気

Utsuwatakai 器高い bedeutet:
„Ein Mensch, dessen Geist groß genug ist, um wahres Budō zu tragen.“

Beginne jetzt dein Training in unserem Dojo

von Jürgen 7. Januar 2026

Worin liegt der Vorteil Seminare zu besuchen?

von Jürgen
Der Besuch von Seminaren ist aus mehreren Gründen besonders wertvoll, sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Bugeisha.
An erster Stelle steht die persönliche Weiterentwicklung. Man ist offen Fehler zu erkennen, die man im regulären Dōjō Training vielleicht übersieht und an ihnen zu arbeiten. Neue Perspektiven auf Bewegung, Timing, Distanz und Gefühl werden aufgezeigt und es erzeugt eine Motivation durch frischen Input und neue Herausforderungen.
Es ergibt sich ein Austausch und eine neue Vernetzung, mit anderen Trainierenden, aus anderen Dōjō und Ländern. Gleichzeitig entsteht ein Erfahrungsaustausch über Trainingsmethoden, Interpretation von Techniken und Philosophie. Die Gemeinschaft der Trainierenden wird gestärkt und der Budō – Geistes wird gelebt.
Mehrere Stunden Training an ein oder mehreren Tagen ergibt einen Fortschritt durch hohe Übungsdichte an investierter Zeit. Denn der Körper und Geist kommen in einen tiefen Trainingsfluss, der im Alltagstraining selten erreicht wird.
In Seminaren können Sonderthemen weitergegeben und genauer beschrieben werden. Der Fokus auf spezielle Themen wie z. B.: Einzelne Ryūha, deren Waffen (Bō, Katana, Tantō, Hanbō etc.), historische Hintergründe und Prinzipien des Bujutsu, ergeben einen ganzheitlichen Ansatz. Themen, für die im normalen Training oft zu wenig Zeit bleibt.
Somit erzeugen Seminare mehr ein Verständnis, statt reines Techniksammeln. Sie fördern Grundlagen, natürlicher Bewegungslehren, Anpassungsfähigkeit und Intuition, als Kampfkünstler.
Gute Lehrer inspirieren und führen die Tradition weiter, so wie sie es selbst erlernt und vertieft haben. Immer mit einem Bezug zur Quelle, ergibt sich eine Weitergabe von Wissen, Geschichten und Erfahrungen, die nicht in Büchern stehen.
Erinnere dich daran, dass Bujinkan und Enbukan lebendige Systeme sind.
Jürgen Bieber 風流

Hatsu Keiko, das erste Training im Jah

von Jürgen 4. Januar 2026
Hatsu = Erste oder Anfang
Keiko = Training oder Übung
Im Dojo ist das erste Training eine wichtige Tradition und läutet einen Neuanfang ein, in dem die Schüler und Lehrer mit neuem Elan und Engagement ins kommende Jahr starten.
Es ist ein besonderer Moment um das neue Jahr zu begrüßen, mit frischer Energie und Motivation an sich und gemeinsam im Dojo zu arbeiten, als weiteren Lebensabschnitt.
In manchen Dojo gibt es hierzu die Tradition des Kagami Biraki 鏡開き, den Spiegel öffnen:
Die Tradition geht zurück auf Tokugawa Ietsuna. Der am Vorabend des Krieges seine Daimyo in seiner Burg versammelte, um ein Fass Sake aufzubrechen und anzustoßen. Mit dem Sieg begann eine neue Tradition, denn es wurde als Symbol des Glückes betrachtet.
1 Hierzu gibt es eine kurze Besinnung und eine Begrüßung durch den Lehrer.
2 Eine Reflektion über die Ziele und Themen des kommenden Jahres.
3 Embu, kleine Vorführung von Kata
Das erste Training im Jahr sollte immer den Fokus auf die Kihon besitzen, denn sie ist die Wurzel die die Nährstoffe für das Neue nach oben fördert und der Körper gewöhnt sich wieder an verinnerlichte Bewegungen. Gefolgt von einem Ausblick auf das Thema und Prinzipien des neuen Jahres, um die Schüler abzuholen.
Lasst uns zusammen das erste gemeinsame Training im Jahr feiern und die Erneuerungszeremonie auf ein glückliches erfolgreiches neues Jahr zelebrieren.
Das erste Bujinkan Training ist am Donnerstag 08.01.2026
Das erste Enbukan Training ist am Dienstag 13.01.2026
Ich wünsche allen Mitgliedern des Furyu Dojo und unseren Freunden, einen guten Start in das Trainingsjahr 2026.
Jürgen Bieber

Ishi Dōrō 石灯籠

von Jürgen
Die Steinlaterne hat im Winter in Japan eine besonders poetische und symbolische
Bedeutung, die über die reine Dekoration hinausgeht. Sie ist ein Symbol von Stille und Vergänglichkeit. Es ist die Zeit der Ruhe, des Rückzugs und der Akzeptanz des Wandels.
Die unbewegliche Laterne im wechselnden Schnee erinnert daran, dass alles Vorübergehende Teil des Lebens ist.
Im Winter sind die Tage kurz. Eine Ishi Dōrō gibt Licht in der Dunkelheit, Hoffnung und Orientierung in dunklen Zeiten. Auch wenn sie nicht leuchtet, steht sie potenziell für Licht.
Der Schnee auf verwittertem Stein verkörpert schlichte Schönheit, Natürlichkeit und die Würde des Alterns. Yukimi Dōrō (Schneebetrachtungs-Laternen) sind dafür entworfen worden, durch ihr großes Dach den Schnee zu sammeln.
Eine Ishi Dōrō im Winter steht für stilles Licht, Vergänglichkeit und innere Sammlung.

Enshin Ittō Ryū Battō Jutsu – Yoko Ichimonji Nuki Uchi 横一文字抜き打ち

von Jürgen 2. Januar 2026

Enshin Ittō Ryū Battō Jutsu

Das Schwert ist vom ersten Millimeter an wirksam

Yoko Ichimonji Nuki Uchi 横一文字抜き打ち,der wichtiger Bestandteil der Kihon.

Yoko 横 = Horizontal, seitlich

Ichimonji 一文字 = Eine Linie und eine klare, ununterbrochene Schneidlinie

Nuki Uchi 抜き打ち = Das ziehen des Schwertes und der Schnitt erfolgen gleichzeitig, ohne Vorbereitung.

Daraus entsteht ein horizontaler Ein-Linien-Schnitt, der unmittelbar beim Ziehen des Schwertes ausgeführt wird.

Wann entstand diese Art von Schnitt in der Anwendung?Wenn man versuchen möchte diese klassische Form des Ziehens irgendwo einzuordnen, so kann man bereits ein horizontales Ziehen zu Beginn der Muromachi jidai (ca. 1336–1573) finden. Doch die Zeit des Tachi war dafür noch nicht prädestiniert. Die Trageweis mit der Schneide nach unten, an Bändern hängend und relativ freischwingend beeinträchtigte unter anderem dieses Arbeitsprinzip. Durch die Trageweise des Tachi gab es keinen fixen Bezugspunkt wie der Obi, keine kontrollierte Saya Biki Achse und keine direkte stabile horizontale Linie beim Ziehen, was als Voraussetzung gilt.Somit lässt sich das Yoko Ichimonji Nuki Uchi, wie wir es heute kennen, eher der späten späte Muromachi jidai und frühen Edo jidai zuordnen (ca. 16.–17. Jahrhundert). In diesen Zeiten wo sich die Kampfsituation vom Schlachtfeld mehr in den zivilen Bereich wandelte. Sprich von weniger Massenschlachten hin zu mehr bewaffneten Einzelkonflikten, wie zu Kämpfen in Straßen, Innenräumen und engen Umgebungen.

Das Tragen des Katana im Obi wird Standard und das Ziehen, gepaart mit Schneiden in einem Moment wird kampfentscheidend.

Die technische Evolution von früheren Schnitten begann aus großen Bewegungen, vertikal und aus erhobenen Positionen. Spätere Schnitte wandelten sich im Battō zu kurzen, direkten, überraschenden und linienbetonten Bewegungen und horizontale Ichimonji Schnitte wurden Teil dieser Verdichtung der Techniken.

Was spricht für horizontale Schnittführung?Der rechte Führungsarm war schneller auszuschalten und gleichzeitig konnte der Raum in dieser Zug-Schnitt-Bewegung geschlossen werden.Die Distanzrealität, wo der Gegner sehr nahe war, teilweise auch seitlich positioniert stand und seinen Angriff bereits begonnen hatte, war häufig. Der Schnitt / ein Schlag musste wirksam sein, es war nicht unbedingt ein Duell mit Ansage und oft war der erste Angriff / Schnitt der entscheidende. Somit ist Yoko Ichimonji Nuki Uchi historisch dafür gedacht, im Moment des Ziehens zu wirken.In der Enshin Ittō Ryū ist Nuki Uchi kein Notbehelf, sondern ein vollwertiger, entscheidender Angriff. Es gibt kein Ausholen, kein sichtbares Vorbereiten und es ist maximale Effizienz mit sofortigem Kampfentscheid, denn der Schnitt entsteht während das Schwert die Saya verlässt.Betrachtet man nun das Schnittprinzip dahinter, so gibt es eine exakte Hasuji (Schnittwinkel) Kontrolle und eine durchgehende Schneidlinie. Keine hackenden Bewegungen und eine ruhige, klare Körperstruktur, mit typischem Ziele zum Hals, Torso, Arme und Flanke.Beachtet man die Körpermechanik, so sieht man eine Hanmi (Halb-Körper-Stellung) ähnlicher Körperausrichtung, Koshi Hineri (Hüftrotation) statt Armkraft, stabile Kamae, kontrolliertes Saya Biki, das zusammenspielt. Das Schwert schneidet vom ersten Millimeter an, weil es von den Beinen getragen wird. Die Gedanken (Mushin), die Bewegung und der Schnitt sind eins, alles ist eins im Ichi Byōshi (Ein einziger Takt / ein Schlag).Die Vorteile des Yoko Ichimonji Nuki Uchi liegen in einer guten Anpassungsmöglichkeit an die reale Distanz, Überraschungsmoment und einsetzbar auf kurze Distanz und auf engem Raum. Dadurch generiert sich ein Schnitt, der den Kampf beendet, bevor er sichtbar begonnen hat. Der Gegner kann schon im Ansatz seines Angriffs gestoppt werden.Es ist ein minimaler Weg, mit maximaler Wirkung. Mit kurzer effektiver Schnittbahn, keine Hebelverluste und keiner Öffnung der eigenen Mitte, verlässt das Schwert die Saya direkt auf Zielhöhe.

In vielen Ryū Ha wird dieser Schnitt als Wahrheitsschnitt betrachtet, denn wenn die Ausführung nicht stimmig ist, stirbt der Schnitt sofort. Darum wird er auch in der Enshin Ittō Ryū Battō Jutsu als essenziell angesehen.

Man sagt: „Wenn dieser Schnitt lebt, lebt alles andere. Wenn er tot ist, ist alles andere nur Form.“

Kann man mit Yoko Ichimonji Nuki Uchi durch Kleidung schneiden?Historisch eindeutig ja, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Hierzu muss man auch die Kleidung betrachten. Was gesondert betrachten werden sollte, sind mehrere Lagen moderner Stoffe, dicke Wintermäntel und gepolsterte Schutzkleidung. Die Kleidung der damaligen Zeit war natürlich auch an die Jahreszeiten angepasst und bestand aus:

Seide (絹, kinu), für Adel und Samurai

Hanf (麻, asa), sehr verbreitet im Alltag

Ramie (苧麻, chōma), hochwertiger als gewöhnlicher Hanf bei formeller Kleidung

Baumwolle (木綿, momen), war noch selten und teuer

Diese Materialien sind schnittanfällig, aber nur bei korrekter Hasuji, ausreichender Klingenschärfe und echter Schneidbewegung (kein Drücken). Dann konnte ein horizontaler Schnitt in einer ziehenden Schneidlinie, Spannung der Kleidung quer zur Faser und sofortige Trennung statt Eindringen, die Kleidung schneiden. Es ein sauberer geführter horizontaler Schnitt öffnet auch Textil und die darunterliegende Struktur gleichzeitig.Wichtig, der Schnitt ist nicht gedacht, um durch alles durchdringen zu können, wie Rüstungen und schwere Polster. Doch ebenso wichtig ist die Wirkung auf den gegnerischen Körper in der Ausführung, auch wenn gegebenenfalls der Schnitt nicht durchdringend ist. Die Balance und Aktion des Angreifers wird abrupt gestört und der darauf, in einem Wimpernschlag, folgende zweite Angriff beendet die Situation. So bleibt auch ohne durchdringende Schnittwirkung der erste Treffer der wichtigste.

Jürgen Bieber 風流

Enbukan Jōi shihan